Ein Teil des Lohns geht bei vielen Beschäftigten jeden Monat an die Familie – nach Rumänien, Moldau, in die Ukraine, nach Bulgarien, Polen oder ins Baltikum. Dabei gehen schnell einige Prozent verloren, wenn man den falschen Weg wählt. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt und worauf Sie achten sollten.
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Gebühren und Kurse ändern sich laufend – prüfen Sie die Konditionen vor jeder Überweisung.
Kurz gesagt: Innerhalb der EU sind Euro-Überweisungen per SEPA meist der günstigste Weg – sie dürfen nicht mehr kosten als eine Inlandsüberweisung. Muss Geld in eine andere Währung umgetauscht werden (Lei, Złoty, MDL, Hrywnja), vergleichen Sie immer Gebühr plus Wechselkursaufschlag. Bargeld per Kurier oder Kleinbus ist riskant, und Ihr Konto dürfen Sie niemals anderen zur Verfügung stellen.
Die wichtigsten Wege im Überblick
| Weg | Gut geeignet für | Worauf achten |
|---|---|---|
| SEPA-Überweisung in Euro | Euro-Konten in EU/EWR, seit Oktober 2025 auch Moldau | Umtauschkurs, wenn das Konto nicht in Euro geführt wird |
| Online-Transferdienst | Umtausch in Lei, Złoty, MDL, Hrywnja; Überweisung aufs Konto oder auf die Karte | Gebühr und Kursaufschlag, Limits |
| Bargeld-Transferdienst | Empfänger ohne Konto, Abholung in einer Filiale | oft teurer, Ausweis nötig |
| Internationale Banküberweisung (SWIFT) | Länder ohne SEPA-Anbindung | Gebühren bei mehreren Banken möglich |
| Bargeld per Kurier oder Kleinbus | – | kein Schutz, oft illegal |
SEPA-Überweisung innerhalb der EU
Alle EU-Staaten gehören zum SEPA-Raum für Euro-Zahlungen. Nach EU-Recht darf eine grenzüberschreitende Euro-Überweisung nicht mehr kosten als eine gleichartige Inlandsüberweisung. Mit Ihrem deutschen Girokonto überweisen Sie also nach Vilnius genauso wie nach Hamburg.
- Litauen, Lettland, Estland und Bulgarien haben den Euro. Das Geld kommt ohne Umtausch an.
- Rumänien und Polen haben eigene Währungen. Hat der Empfänger ein Euro-Konto, kommt der Betrag ohne Umtausch an. Bei einem Konto in Lei oder Złoty tauscht die Bank des Empfängers – zu ihrem eigenen Kurs.
- Echtzeitüberweisung: In der Eurozone müssen Banken seit Oktober 2025 Echtzeitüberweisungen anbieten, die nicht mehr kosten als normale Überweisungen. Außerdem prüft die Bank, ob Name und IBAN des Empfängers zusammenpassen.
Tipp: Fragen Sie bei einem Konto in Lei oder Złoty, welchen Kurs die Bank verwendet. Manchmal ist es günstiger, Euro auf ein Euro-Konto zu überweisen und erst dann gezielt zu tauschen – oder gleich einen Transferdienst zu nutzen.
Nach Moldau überweisen
Die Republik Moldau ist seit dem 6. Oktober 2025 Teil des SEPA-Raums. Laut Nationalbank Moldaus nahmen zum Start acht Banken teil; weitere Anbieter können folgen. Wichtig:
- Funktioniert nur, wenn die Bank des Empfängers an SEPA teilnimmt – fragen Sie dort nach.
- Am einfachsten ist ein Euro-Konto in Moldau. Für den Umtausch in Lei gilt der Kurs der Bank.
- Die Nationalbank empfiehlt, Gebühren und die Möglichkeit von SEPA Instant direkt bei der eigenen Bank zu erfragen.
Viele Moldauer arbeiten mit rumänischem Pass in Deutschland – für sie gilt bei einem rumänischen Konto der Abschnitt oben. Mehr zum Start in Deutschland lesen Sie in Arbeiten in Deutschland als Moldauer.
In die Ukraine überweisen
Die Ukraine bereitet den Beitritt zu SEPA vor, Überweisungen aus Deutschland laufen aber in der Regel noch als internationale Zahlung. Übliche Wege:
- Internationale Banküberweisung (SWIFT) auf ein Konto in Euro oder Hrywnja: Es können Gebühren bei Ihrer Bank, bei zwischengeschalteten Banken und bei der Empfängerbank anfallen.
- Online-Transferdienste, die auf ukrainische Konten oder Bankkarten überweisen. Vergleichen Sie hier besonders den Wechselkurs.
- Bargeld-Transferdienste mit Abholung vor Ort, wenn der Empfänger kein Konto hat.
Regeln auf ukrainischer Seite können sich ändern. Fragen Sie im Zweifel die Empfängerbank. Mehr für ukrainische Beschäftigte: Arbeit im Lager für Ukrainer.
Online-Transferdienste
Neben Banken gibt es spezialisierte Anbieter, zum Beispiel Wise, Revolut, Remitly, Western Union oder MoneyGram. Die Nennung ist keine Empfehlung – Konditionen unterscheiden sich je nach Land, Betrag und Zahlungsart.
- Vorteil: oft günstiger Umtausch, schnelle Gutschrift, teils Auszahlung auf Karte oder in bar.
- Nachteil: Die Kosten sind manchmal im Wechselkurs versteckt; bei Kartenzahlung können zusätzliche Gebühren anfallen.
- Seriosität prüfen: Der Anbieter braucht eine Zulassung als Zahlungs- oder E-Geld-Institut in Deutschland oder einem anderen EU-Staat. Das können Sie in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachsehen.
So vergleichen Sie richtig: Gebühr plus Wechselkurs
Bei einer Überweisung in eine andere Währung zahlen Sie zweimal:
- Die sichtbare Gebühr – zum Beispiel ein fester Betrag pro Überweisung.
- Den Wechselkursaufschlag – die Differenz zwischen dem Kurs des Anbieters und dem Mittelkurs (dem Kurs, den Sie in Finanzportalen oder bei der Europäischen Zentralbank sehen).
Rechenbeispiel mit ausgedachten Werten: Sie senden 500 €. Anbieter A verlangt 0 € Gebühr, rechnet aber mit einem Kurs, der 3 % schlechter ist als der Mittelkurs – das kostet Sie rund 15 €. Anbieter B verlangt 4 € Gebühr und liegt nur 0,5 % unter dem Mittelkurs – zusammen rund 6,50 €. „Gebührenfrei“ ist also nicht automatisch günstiger.
So gehen Sie vor:
- Immer denselben Betrag und dieselbe Auszahlungsart vergleichen.
- Schauen Sie, wie viel beim Empfänger ankommt – das ist die entscheidende Zahl.
- Feste Gebühren fallen bei kleinen Beträgen stärker ins Gewicht. Seltener, dafür größere Überweisungen können günstiger sein.
- Beim Bezahlen oder Abheben mit Karte im Ausland: Wählen Sie die Landeswährung, nicht „in Euro abrechnen“. Die Umrechnung am Automaten oder an der Kasse ist oft teuer.
Limits und Nachweise
Banken und Transferdienste haben Höchstbeträge pro Überweisung oder Zeitraum, besonders für neue Kunden. Bei größeren Summen fragen sie oft nach der Herkunft des Geldes – das ist eine gesetzliche Pflicht gegen Geldwäsche.
- Bewahren Sie Lohnabrechnungen und Kontoauszüge auf, damit Sie die Herkunft belegen können.
- Prüfen Sie Name und IBAN des Empfängers vor jeder Zahlung. Eine fehlerhafte Überweisung zurückzuholen ist mühsam.
- Unterstützen Sie Angehörige regelmäßig, können die Überweisungsbelege auch für die Steuererklärung nützlich sein.
Bargeld per Kurier oder Kleinbus: die Risiken
Geld „über den Busfahrer“ mitzugeben ist bei manchen Gemeinschaften verbreitet – aber riskant:
- Kein Schutz: Geht der Umschlag verloren, wird gestohlen oder bei einer Kontrolle sichergestellt, ist das Geld meist weg.
- Oft illegal: Wer gewerbsmäßig Geld für andere befördert oder weiterleitet, betreibt ein erlaubnispflichtiges Finanztransfergeschäft. Ohne Erlaubnis ist das in Deutschland strafbar.
- Zollpflicht: Wer 10.000 € oder mehr in bar in die EU bringt oder aus ihr ausführt – etwa nach Moldau oder in die Ukraine –, muss das beim Zoll anmelden. Innerhalb der EU muss man größere Bargeldbeträge auf Nachfrage des Zolls angeben.
Wenn Sie selbst nach Hause fahren und Bargeld mitnehmen, beachten Sie diese Regeln ebenfalls.
Achtung Geldwäsche: Ihr Konto gehört nur Ihnen
Polizei und Banken warnen immer wieder vor Finanzagenten: Jemand überweist Geld auf Ihr Konto, Sie sollen es weiterschicken und dürfen einen Teil behalten. Das ist Geldwäsche – strafbar schon bei Leichtfertigkeit, und die Bank kündigt Ihr Konto.
- Geben Sie niemals Konto, Karte, PIN, TAN oder App-Zugang an andere weiter – auch nicht an Kollegen oder Bekannte.
- Leiten Sie kein Geld von Fremden weiter, auch nicht „nur einmal“.
- Schicken Sie kein Geld an Personen, die Sie nur online kennen, und keine „Gebühren“ für Jobs, Wohnungen oder Visa.
Mehr Warnsignale finden Sie im Beitrag Betrug bei Jobangeboten erkennen.
Checkliste: Geld sicher nach Hause schicken
- Konto des Empfängers prüfen: Euro oder Landeswährung? SEPA oder nicht?
- Zwei bis drei Anbieter am selben Tag für denselben Betrag vergleichen.
- Ankommenden Betrag vergleichen, nicht nur die Gebühr.
- Nur zugelassene Banken und Transferdienste nutzen.
- Name und IBAN genau prüfen.
- Belege und Lohnabrechnungen aufbewahren.
- Keine Bargeldkuriere, kein Weiterleiten fremden Geldes.
Lohn bei uns
Wir zahlen ab 15,33 € pro Stunde brutto, als Staplerfahrer (m/w/d) ab 16,08 € pro Stunde brutto – per Überweisung auf Ihr Konto. Was netto übrig bleibt, zeigt unser Beitrag Lagerarbeiter Gehalt netto; die Grundlagen erklärt Brutto und Netto. Unsere Recruiter sprechen Deutsch, Englisch und Russisch.
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