Betrug bei Jobangeboten in Deutschland erkennen

1. Oktober 2026

Anzeigen wie „Arbeit in Deutschland, Wohnung und Anreise inklusive“ stammen nicht immer von seriösen Arbeitgebern. Hier lesen Sie, woran Sie Betrug erkennen, wie Sie eine Firma in wenigen Minuten prüfen und was Sie tun, wenn Sie betroffen sind.

Frau prüft ein Jobangebot auf dem Smartphone
KI-generiert

Betrüger wissen, dass Menschen stabile Arbeit und legale Papiere suchen. Sie versprechen „hohen Lohn“, „Visum in einer Woche“ und „kostenlose Wohnung“ – und verlangen dann Geld im Voraus oder verschwinden. Hier finden Sie die wichtigsten Warnzeichen und einfache Prüfschritte.

Stand Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Warnzeichen

  • Vorkasse „für den Platz“: Geld für Reservierung, Papiere, Untersuchung oder Anreise schon vor dem Vertrag.
  • Visum oder Papiere gegen Geld: EU-Bürger brauchen weder Visum noch Arbeitserlaubnis, andere Dokumente stellen nur Behörden aus. Mehr unter Wer darf in Deutschland arbeiten.
  • Keine deutschen Firmendaten: kein Firmenname, keine Adresse, keine Registernummer, keine Website oder kein Impressum.
  • Nur ein anonymer Telegram-Kontakt: Messenger sind normal, aber dahinter muss eine prüfbare Firma stehen.
  • Pass wird einbehalten: Der Arbeitgeber darf den Pass ansehen oder kopieren, aber nicht behalten.
  • Zu gute Versprechen: Lohn weit über dem Üblichen, „alles kostenlos“, „100 % Garantie“.
  • Nur bar, ohne Vertrag: Ohne Vertrag keine Sozialversicherung, keine Lohnfortzahlung, kein Schutz im Streitfall.

Typische Maschen

  • „Traumjob“ in sozialen Netzwerken: auffällige Anzeige, Lohn „netto auf die Hand“ ohne Details, sofort eine „kleine Bearbeitungsgebühr“.
  • Visum über ein Drittland: Ein Arbeitsvisum für ein anderes EU-Land soll angeblich „legal“ Arbeit in Deutschland ermöglichen. Das tut es nicht, und das Geld ist meist weg.
  • Kaution vor der Anreise: Überweisung auf eine Privatkarte für ein Zimmer, ohne Vertrag und ohne Besichtigung.
  • Datensammeln: Ein „Recruiter“ will Passscan, Selfie mit Pass und Bankdaten „zur Prüfung“. Damit können Konten oder Kredite auf Ihren Namen eröffnet werden.
  • Andere Bedingungen vor Ort: Bei der Ankunft gibt es plötzlich eine andere Arbeit, einen anderen Lohn und den Vertrag „später“.

Eine Passkopie für den Arbeitsvertrag ist normal – schicken Sie sie aber erst, wenn Sie die Firma geprüft haben. Passwörter, SMS-Codes und PINs braucht kein echter Arbeitgeber.

Was das Gesetz sagt

  • Keine Vermittlungsgebühr in der Zeitarbeit: Laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ist eine Vereinbarung unwirksam, nach der der Leiharbeitnehmer dem Verleiher eine Vermittlungsvergütung zahlt.
  • Erlaubnispflicht: Zeitarbeitsfirmen brauchen eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.
  • Schriftliche Arbeitsbedingungen: Nach dem Nachweisgesetz muss der Arbeitgeber die wesentlichen Bedingungen wie Lohn, Arbeitszeit, Arbeitsort und Urlaub schriftlich mitteilen.
  • Gesetzlicher Mindestlohn: In Deutschland gilt ein gesetzlicher Mindestlohn, der regelmäßig angepasst wird.
  • Lohn aufs Konto mit Abrechnung: Monatlich gibt es eine Lohnabrechnung mit Brutto, Steuern und Abgaben.

Firma prüfen: Schritt für Schritt

  1. Vollständigen Firmennamen und Adresse erfragen. Seriöse Arbeitgeber nennen sie sofort.
  2. Impressum lesen: Name, Anschrift, Verantwortliche und in der Regel die Handelsregisternummer.
  3. Handelsregister prüfen: auf handelsregister.de oder unternehmensregister.de – stimmen Name, Adresse und Rechtsform (z. B. GmbH)?
  4. Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung prüfen: Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht eine Liste der Erlaubnisinhaber, durchsuchbar nach Firmennamen.
  5. Kontakte vergleichen: Passen Telefon, E-Mail und Adresse aus der Anzeige zu Website und Register? Freemail-Adressen statt Firmendomain sind verdächtig.
  6. Vertrag vorab lesen: Nichts unterschreiben, was Sie nicht verstehen.

Was tun, wenn Sie betrogen wurden?

  • Kein weiteres Geld überweisen, auch wenn eine Rückzahlung „nach einer letzten Zahlung“ versprochen wird.
  • Beweise sichern: Chats, Screenshots, Telefonnummern, Zahlungsbelege.
  • Anzeige erstatten: bei jeder Polizeidienststelle, in vielen Bundesländern auch online.
  • Kostenlose Beratung: Das Beratungsnetzwerk „Faire Mobilität“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) berät Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa kostenlos zum Arbeitsrecht, unter anderem auf Rumänisch und Bulgarisch; Informationen gibt es teils auch auf Russisch.
  • Verbraucherzentrale: Beratung zu Verträgen und Zahlungen.
  • Bank informieren: Manche Zahlungen lassen sich zurückholen.

So arbeiten wir

Wir sind ein deutscher Personaldienstleister (Zeitarbeit) und arbeiten transparent:

  • für Bewerber kostenlos,
  • schriftlicher Arbeitsvertrag, Lohn ab 15,33 € pro Stunde brutto aufs Bankkonto,
  • volle Sozialversicherung, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall,
  • Ihr Pass bleibt bei Ihnen,
  • Hilfe bei Umzug und Anmeldung, auf Wunsch kann eine Wohnung gestellt werden.

Mehr unter So funktioniert’s. Aus Moldau? Lesen Sie unseren Schritt-für-Schritt-Plan.

Unsicher bei einem Angebot oder bereit für den Start? Füllen Sie das Bewerbungsformular aus oder fragen Sie im Chat auf der Website.

Häufige Fragen

Muss ich einer Zeitarbeitsfirma eine Vermittlungsgebühr zahlen?
Nein. Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist eine Vereinbarung unwirksam, nach der der Leiharbeitnehmer dem Verleiher eine Vermittlungsvergütung zahlt. Wer Geld „für den Platz“ verlangt, ist verdächtig.
Kann man ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis kaufen?
Nein. EU-Bürger brauchen weder Visum noch Arbeitserlaubnis. Andere Dokumente stellen nur Behörden aus. Angebote „Visum gegen Geld“ sind ein Warnzeichen.
Wie prüfe ich, ob eine Zeitarbeitsfirma echt ist?
Prüfen Sie das Impressum, suchen Sie die Firma im Handelsregister und schauen Sie, ob sie in der Liste der Bundesagentur für Arbeit mit Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung steht.
Der Arbeitgeber will meinen Pass behalten. Ist das normal?
Nein. Der Pass bleibt bei Ihnen. Der Arbeitgeber darf ihn ansehen oder kopieren, aber nicht einbehalten.
Wohin wende ich mich, wenn ich betrogen wurde?
An die Polizei, an eine kostenlose Beratungsstelle für Beschäftigte wie „Faire Mobilität“ oder an die Verbraucherzentrale.
Wie arbeiten Sie?
Für Bewerber kostenlos, mit schriftlichem Arbeitsvertrag bei uns als deutschem Personaldienstleister, ab 15,33 € pro Stunde brutto aufs Bankkonto.

Für EU-Bürger und Ukrainer

Bewerbung

Zuerst drei kurze Fragen. Persönliche Daten brauchen wir erst im zweiten Schritt.

  • Kostenlos für Bewerber
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Der biometrische Pass der Republik Moldau und Nichtbürgerpässe aus Lettland oder Estland erlauben allein keine Arbeit in Deutschland.

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