Deutsche Handynummer und SIM-Karte

10. Oktober 2026

Ohne erreichbare Handynummer geht in Deutschland wenig: Arbeitgeber, Bank und Ämter melden sich per Anruf, SMS oder WhatsApp. Wir erklären, wie Sie schnell an eine deutsche Nummer kommen und worauf Sie achten sollten.

Frau prüft ein Jobangebot auf dem Smartphone
KI-generiert

Eine deutsche Handynummer gehört zu den ersten Dingen, die Sie nach der Ankunft erledigen sollten. Sie ist schnell besorgt – wenn Sie die Ausweispflicht kennen und den passenden Tarif wählen.

Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Tarife und Bedingungen ändern sich häufig – prüfen Sie vor dem Kauf die aktuellen Angaben des Anbieters.

Kurz gesagt: Für den Start ist eine Prepaid-SIM am einfachsten: keine Vertragsbindung, keine Schufa-Prüfung. Jede SIM-Karte muss in Deutschland vor der Freischaltung mit Ausweis identifiziert werden (§ 172 Telekommunikationsgesetz). Die Heimat-SIM können Sie für Bank-SMS behalten, für den Alltag ist eine deutsche Nummer aber meist günstiger.

Wofür Sie eine deutsche Nummer brauchen

  • Arbeitgeber: Schichtpläne, kurzfristige Änderungen, Rückfragen am ersten Tag.
  • Bank: Online-Banking-Freigaben und Sicherheitscodes kommen oft per SMS oder App, die an eine Nummer gebunden ist.
  • Vermieter und Ämter: Termine beim Bürgeramt, Rückfragen von Krankenkasse oder Familienkasse.
  • WhatsApp und Messenger: In Deutschland wird viel über WhatsApp geregelt – auch bei uns.
  • Arzt und Notfall: Praxen rufen zurück, Termine kommen per SMS.

Prepaid oder Vertrag?

PrepaidVertrag (Laufzeit)
Bindungkeine, jederzeit aufhörenoft 24 Monate, auch 12 Monate oder monatlich möglich
BezahlungGuthaben vorab aufladenmonatliche Rechnung per Lastschrift
Schufa-Prüfungneinmeist ja
VoraussetzungenAusweisAusweis, Adresse, Bankkonto, oft Bonität
Kostenkontrollesehr gutRechnung kann höher ausfallen

Unser Tipp: In den ersten Monaten Prepaid. Wenn Sie länger bleiben, ein Konto und eine Schufa-Historie haben, kann ein Vertrag oder ein monatlich kündbarer Tarif günstiger sein. Achten Sie bei Verträgen auf die Mindestlaufzeit; nach Ablauf der Mindestlaufzeit sind Verträge heute monatlich kündbar.

Ausweispflicht: So wird die SIM freigeschaltet

Seit Juli 2017 müssen Anbieter die Identität vor der Freischaltung jeder SIM-Karte prüfen – auch bei Prepaid. Möglich sind je nach Anbieter:

  • Video-Ident: Videochat oder App, Sie zeigen den Ausweis in die Kamera.
  • Post-Ident: in einer Filiale der Deutschen Post mit Ausweis und Coupon.
  • Im Laden: in einem Shop des Anbieters oder bei einem Partnerhändler.
  • Online-Ausweis (eID): bei manchen Anbietern mit deutschem Personalausweis oder elektronischem Aufenthaltstitel.

Akzeptiert werden in der Regel Reisepass, Personalausweis oder ein deutscher Aufenthaltstitel. Achtung: Nicht jedes Video-Ident-System erkennt jeden ausländischen Ausweis. Prüfen Sie vor dem Kauf auf der Website des Anbieters, welche Dokumente zugelassen sind. Klappt es nicht, hilft meist Post-Ident oder der Laden.

Eine Meldebescheinigung brauchen Sie für Prepaid in der Regel nicht, eine Adresse in Deutschland wird aber abgefragt.

Günstige Prepaid-Tarife und Auslandsgespräche

Prepaid-Karten gibt es im Supermarkt, an Tankstellen, in Drogerien, Handyshops und online. Bekannte Anbieter sind zum Beispiel Aldi Talk, Lebara, Lycamobile und congstar Prepaid – daneben gibt es viele weitere. Wir nennen sie nur als Beispiele, nicht als Empfehlung.

Worauf Sie achten sollten:

  • Datenvolumen und Laufzeit: Pakete laufen meist 4 Wochen oder 30 Tage – nicht automatisch einen Kalendermonat.
  • Netz: Gerade auf dem Land ist die Netzabdeckung unterschiedlich. Fragen Sie Kollegen, welches Netz am Arbeitsort gut funktioniert.
  • EU-Roaming: Bei Besuchen in der Heimat in der EU gilt Roam like at home – prüfen Sie aber, wie viel Datenvolumen Ihr Paket im Ausland erlaubt.
  • Anrufe ins Ausland: Gespräche aus Deutschland in andere Länder sind kein Roaming und in normalen Paketen oft teuer. Manche Anbieter, etwa Lebara oder Lycamobile, haben Pakete mit Auslandsminuten. Viele telefonieren einfach per WhatsApp oder anderen Messengern über das Datenvolumen.
  • Automatische Verlängerung: Pakete verlängern sich oft automatisch, solange Guthaben da ist. Kündigen oder wechseln Sie rechtzeitig.

Die Heimatnummer behalten

Viele behalten ihre Nummer aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder dem Baltikum – etwa für Bank-SMS oder Familie. Das ist sinnvoll, aber:

  • Roam like at home ist für Reisen gedacht. Anbieter dürfen über einen Zeitraum von vier Monaten prüfen, ob Sie die Karte überwiegend im Ausland nutzen und sich überwiegend dort aufhalten.
  • Ist das der Fall, kann der Anbieter Sie warnen und danach Aufschläge berechnen. Die Details stehen in den Fair-Use-Regeln Ihres Anbieters.
  • Ukraine und Moldau gehören seit dem 1. Januar 2026 zum EU-Roaming-Gebiet. Auch hier gelten Fair Use und die Bedingungen des jeweiligen Tarifs.
  • Eine Nummer lässt sich nicht von einem Land ins andere mitnehmen. Eine deutsche Nummer ist immer eine neue Nummer.

Praktisch: Ein Handy mit Dual-SIM oder eSIM – die deutsche Karte für Alltag und Daten, die Heimat-SIM für SMS und Anrufe von zu Hause.

eSIM

Viele Anbieter bieten auch eine eSIM an: Sie bekommen einen QR-Code statt einer Plastikkarte. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Handy eSIM unterstützt. Auch die eSIM muss mit Ausweis freigeschaltet werden. Nach einem Handywechsel oder Zurücksetzen muss die eSIM oft neu angefordert werden – manchmal gegen Gebühr.

Vorsicht vor Betrug

  • Keine Freischaltung für andere: Melden Sie nie gegen Geld SIM-Karten oder Konten auf Ihren Namen an. Damit arbeiten Betrüger und Geldwäscher – Sie haften.
  • Codes nie weitergeben: Weder Bank noch Anbieter noch Polizei fragen nach SMS-Codes, PIN oder TAN.
  • „Hallo Mama“-Nachrichten: Jemand schreibt von einer neuen Nummer, gibt sich als Familienmitglied aus und bittet um Geld. Rufen Sie die alte Nummer an und prüfen Sie.
  • Paket- und Behörden-SMS: Links in SMS über Pakete, Strafzettel oder angebliche Sperren führen oft zu Fake-Seiten.
  • Lockanrufe: Verpasste Anrufe von unbekannten Auslandsnummern nicht zurückrufen.
  • Fake-Jobangebote per WhatsApp: Mehr dazu in Betrug bei Jobangeboten erkennen.

Checkliste: Deutsche Nummer in der ersten Woche

  1. Prüfen, ob das Handy entsperrt ist und Dual-SIM oder eSIM kann.
  2. Prepaid-Anbieter wählen – Netz am Arbeitsort beachten.
  3. Ausweis bereithalten; prüfen, ob er für Video-Ident zugelassen ist.
  4. Karte freischalten (Video-Ident, Post-Ident oder Laden).
  5. Neue Nummer an Arbeitgeber, Bank, Vermieter und Familie geben.
  6. WhatsApp auf die neue Nummer umstellen oder zweites Konto anlegen.
  7. Heimat-SIM für Bank-SMS behalten, Fair-Use-Regeln im Blick behalten.

Was in den ersten Wochen sonst noch ansteht, zeigt unsere Checkliste für die ersten Schritte in Deutschland. Zum Konto: Girokonto eröffnen.

Arbeit bei uns

Wir zahlen ab 15,33 € pro Stunde brutto, als Staplerfahrer (m/w/d) ab 16,08 € pro Stunde brutto. Bewerben können Sie sich auch mit Ihrer Heimatnummer – wir melden uns per Telefon oder WhatsApp, auf Deutsch, Englisch oder Russisch. Wir helfen bei Umzug und Anmeldung, bei Bedarf kann eine Unterkunft gestellt werden. Eine Vermittlungsgebühr zahlen Bewerber bei uns nicht.

Alle Stellen ansehen oder direkt das Bewerbungsformular ausfüllen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Prepaid-SIM ohne Anmeldung kaufen?
Ja, für eine Prepaid-Karte ist eine Meldebescheinigung in der Regel nicht nötig. Sie müssen sich aber vor der Freischaltung mit einem gültigen Ausweisdokument identifizieren, etwa per Video-Ident, Post-Ident oder im Laden.
Mein Pass wird beim Video-Ident nicht akzeptiert. Was tun?
Nicht jedes Video-Ident-Verfahren erkennt jedes ausländische Dokument. Versuchen Sie Post-Ident in einer Postfiliale, die Freischaltung im Laden des Anbieters oder einen anderen Anbieter. Behalten Sie den Kassenbon, bis die Karte aktiv ist.
Brauche ich für einen Handyvertrag ein deutsches Konto?
Meist wird ein SEPA-Lastschriftmandat verlangt. Eine IBAN aus einem anderen EU-Staat darf ein Anbieter nach der SEPA-Verordnung eigentlich nicht ablehnen. Für einen Vertrag prüfen Anbieter aber oft die Schufa, und ohne deutsche Adresse und Bonitätsdaten wird es schwierig.
Kann ich einfach meine rumänische oder polnische SIM weiter nutzen?
Für Reisen ja, dank Roam like at home. Wer aber dauerhaft in Deutschland lebt und die Heimat-SIM fast nur hier nutzt, kann nach den Fair-Use-Regeln des Anbieters eine Warnung und danach Aufschläge bekommen. Für den Alltag ist eine deutsche Nummer günstiger.
Gilt Roaming ohne Aufpreis auch für ukrainische und moldauische SIM-Karten?
Seit dem 1. Januar 2026 gehören die Ukraine und Moldau zum EU-Roaming-Gebiet Roam like at home. Dabei gelten aber dieselben Fair-Use-Regeln und die Bedingungen Ihres Tarifs. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Anbieter nach.
Darf ich eine SIM-Karte für jemand anderen freischalten?
Nein. Die Karte ist auf Ihren Namen registriert, und Sie haften für Missbrauch. Betrüger suchen gezielt Menschen, die sich gegen Geld für fremde SIM-Karten oder Konten identifizieren. Das kann strafbar sein.

Für EU-Bürger und Ukrainer

Bewerbung

Zuerst drei kurze Fragen. Persönliche Daten brauchen wir erst im zweiten Schritt.

  • Kostenlos für Bewerber
  • Arbeitsvertrag in Deutschland
  • Antwort innerhalb von 24 Std. an Werktagen
Welches Dokument haben Sie?

Der biometrische Pass der Republik Moldau und Nichtbürgerpässe aus Lettland oder Estland erlauben allein keine Arbeit in Deutschland.

Sind Sie schon in Deutschland?
Jetzt prüfen, ob ich passe 1 Min.