Eine deutsche Handynummer gehört zu den ersten Dingen, die Sie nach der Ankunft erledigen sollten. Sie ist schnell besorgt – wenn Sie die Ausweispflicht kennen und den passenden Tarif wählen.
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Tarife und Bedingungen ändern sich häufig – prüfen Sie vor dem Kauf die aktuellen Angaben des Anbieters.
Kurz gesagt: Für den Start ist eine Prepaid-SIM am einfachsten: keine Vertragsbindung, keine Schufa-Prüfung. Jede SIM-Karte muss in Deutschland vor der Freischaltung mit Ausweis identifiziert werden (§ 172 Telekommunikationsgesetz). Die Heimat-SIM können Sie für Bank-SMS behalten, für den Alltag ist eine deutsche Nummer aber meist günstiger.
Wofür Sie eine deutsche Nummer brauchen
- Arbeitgeber: Schichtpläne, kurzfristige Änderungen, Rückfragen am ersten Tag.
- Bank: Online-Banking-Freigaben und Sicherheitscodes kommen oft per SMS oder App, die an eine Nummer gebunden ist.
- Vermieter und Ämter: Termine beim Bürgeramt, Rückfragen von Krankenkasse oder Familienkasse.
- WhatsApp und Messenger: In Deutschland wird viel über WhatsApp geregelt – auch bei uns.
- Arzt und Notfall: Praxen rufen zurück, Termine kommen per SMS.
Prepaid oder Vertrag?
| Prepaid | Vertrag (Laufzeit) | |
|---|---|---|
| Bindung | keine, jederzeit aufhören | oft 24 Monate, auch 12 Monate oder monatlich möglich |
| Bezahlung | Guthaben vorab aufladen | monatliche Rechnung per Lastschrift |
| Schufa-Prüfung | nein | meist ja |
| Voraussetzungen | Ausweis | Ausweis, Adresse, Bankkonto, oft Bonität |
| Kostenkontrolle | sehr gut | Rechnung kann höher ausfallen |
Unser Tipp: In den ersten Monaten Prepaid. Wenn Sie länger bleiben, ein Konto und eine Schufa-Historie haben, kann ein Vertrag oder ein monatlich kündbarer Tarif günstiger sein. Achten Sie bei Verträgen auf die Mindestlaufzeit; nach Ablauf der Mindestlaufzeit sind Verträge heute monatlich kündbar.
Ausweispflicht: So wird die SIM freigeschaltet
Seit Juli 2017 müssen Anbieter die Identität vor der Freischaltung jeder SIM-Karte prüfen – auch bei Prepaid. Möglich sind je nach Anbieter:
- Video-Ident: Videochat oder App, Sie zeigen den Ausweis in die Kamera.
- Post-Ident: in einer Filiale der Deutschen Post mit Ausweis und Coupon.
- Im Laden: in einem Shop des Anbieters oder bei einem Partnerhändler.
- Online-Ausweis (eID): bei manchen Anbietern mit deutschem Personalausweis oder elektronischem Aufenthaltstitel.
Akzeptiert werden in der Regel Reisepass, Personalausweis oder ein deutscher Aufenthaltstitel. Achtung: Nicht jedes Video-Ident-System erkennt jeden ausländischen Ausweis. Prüfen Sie vor dem Kauf auf der Website des Anbieters, welche Dokumente zugelassen sind. Klappt es nicht, hilft meist Post-Ident oder der Laden.
Eine Meldebescheinigung brauchen Sie für Prepaid in der Regel nicht, eine Adresse in Deutschland wird aber abgefragt.
Günstige Prepaid-Tarife und Auslandsgespräche
Prepaid-Karten gibt es im Supermarkt, an Tankstellen, in Drogerien, Handyshops und online. Bekannte Anbieter sind zum Beispiel Aldi Talk, Lebara, Lycamobile und congstar Prepaid – daneben gibt es viele weitere. Wir nennen sie nur als Beispiele, nicht als Empfehlung.
Worauf Sie achten sollten:
- Datenvolumen und Laufzeit: Pakete laufen meist 4 Wochen oder 30 Tage – nicht automatisch einen Kalendermonat.
- Netz: Gerade auf dem Land ist die Netzabdeckung unterschiedlich. Fragen Sie Kollegen, welches Netz am Arbeitsort gut funktioniert.
- EU-Roaming: Bei Besuchen in der Heimat in der EU gilt Roam like at home – prüfen Sie aber, wie viel Datenvolumen Ihr Paket im Ausland erlaubt.
- Anrufe ins Ausland: Gespräche aus Deutschland in andere Länder sind kein Roaming und in normalen Paketen oft teuer. Manche Anbieter, etwa Lebara oder Lycamobile, haben Pakete mit Auslandsminuten. Viele telefonieren einfach per WhatsApp oder anderen Messengern über das Datenvolumen.
- Automatische Verlängerung: Pakete verlängern sich oft automatisch, solange Guthaben da ist. Kündigen oder wechseln Sie rechtzeitig.
Die Heimatnummer behalten
Viele behalten ihre Nummer aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder dem Baltikum – etwa für Bank-SMS oder Familie. Das ist sinnvoll, aber:
- Roam like at home ist für Reisen gedacht. Anbieter dürfen über einen Zeitraum von vier Monaten prüfen, ob Sie die Karte überwiegend im Ausland nutzen und sich überwiegend dort aufhalten.
- Ist das der Fall, kann der Anbieter Sie warnen und danach Aufschläge berechnen. Die Details stehen in den Fair-Use-Regeln Ihres Anbieters.
- Ukraine und Moldau gehören seit dem 1. Januar 2026 zum EU-Roaming-Gebiet. Auch hier gelten Fair Use und die Bedingungen des jeweiligen Tarifs.
- Eine Nummer lässt sich nicht von einem Land ins andere mitnehmen. Eine deutsche Nummer ist immer eine neue Nummer.
Praktisch: Ein Handy mit Dual-SIM oder eSIM – die deutsche Karte für Alltag und Daten, die Heimat-SIM für SMS und Anrufe von zu Hause.
eSIM
Viele Anbieter bieten auch eine eSIM an: Sie bekommen einen QR-Code statt einer Plastikkarte. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Handy eSIM unterstützt. Auch die eSIM muss mit Ausweis freigeschaltet werden. Nach einem Handywechsel oder Zurücksetzen muss die eSIM oft neu angefordert werden – manchmal gegen Gebühr.
Vorsicht vor Betrug
- Keine Freischaltung für andere: Melden Sie nie gegen Geld SIM-Karten oder Konten auf Ihren Namen an. Damit arbeiten Betrüger und Geldwäscher – Sie haften.
- Codes nie weitergeben: Weder Bank noch Anbieter noch Polizei fragen nach SMS-Codes, PIN oder TAN.
- „Hallo Mama“-Nachrichten: Jemand schreibt von einer neuen Nummer, gibt sich als Familienmitglied aus und bittet um Geld. Rufen Sie die alte Nummer an und prüfen Sie.
- Paket- und Behörden-SMS: Links in SMS über Pakete, Strafzettel oder angebliche Sperren führen oft zu Fake-Seiten.
- Lockanrufe: Verpasste Anrufe von unbekannten Auslandsnummern nicht zurückrufen.
- Fake-Jobangebote per WhatsApp: Mehr dazu in Betrug bei Jobangeboten erkennen.
Checkliste: Deutsche Nummer in der ersten Woche
- Prüfen, ob das Handy entsperrt ist und Dual-SIM oder eSIM kann.
- Prepaid-Anbieter wählen – Netz am Arbeitsort beachten.
- Ausweis bereithalten; prüfen, ob er für Video-Ident zugelassen ist.
- Karte freischalten (Video-Ident, Post-Ident oder Laden).
- Neue Nummer an Arbeitgeber, Bank, Vermieter und Familie geben.
- WhatsApp auf die neue Nummer umstellen oder zweites Konto anlegen.
- Heimat-SIM für Bank-SMS behalten, Fair-Use-Regeln im Blick behalten.
Was in den ersten Wochen sonst noch ansteht, zeigt unsere Checkliste für die ersten Schritte in Deutschland. Zum Konto: Girokonto eröffnen.
Arbeit bei uns
Wir zahlen ab 15,33 € pro Stunde brutto, als Staplerfahrer (m/w/d) ab 16,08 € pro Stunde brutto. Bewerben können Sie sich auch mit Ihrer Heimatnummer – wir melden uns per Telefon oder WhatsApp, auf Deutsch, Englisch oder Russisch. Wir helfen bei Umzug und Anmeldung, bei Bedarf kann eine Unterkunft gestellt werden. Eine Vermittlungsgebühr zahlen Bewerber bei uns nicht.
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