Wer nach Deutschland zieht, um hier zu arbeiten, fragt sich zuerst: Wie viel kostet das Wohnen – und was bleibt danach übrig? Das hängt von Stadt, Wohnungsgröße und davon ab, welche Kosten schon in der Miete stecken. Hier finden Sie einen verständlichen Überblick mit Zahlen und Quellen.
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts-/Steuerberatung. Alle Preise sind Orientierungswerte; einzelne Angebote können stark abweichen.
Kurz gesagt: Neu angebotene Wohnungen kosteten 2025 im Bundesdurchschnitt rund 11 € pro m² kalt (BBSR), in großen Städten rund 14 €, auf dem Land unter 9 €. Dazu kommen Nebenkosten von durchschnittlich rund 2,70 € pro m² (Deutscher Mieterbund) sowie Strom, Internet und 18,36 € Rundfunkbeitrag im Monat. Ein WG-Zimmer in Hochschulstädten kostet im Schnitt rund 510 € warm.
Woraus sich die Wohnkosten zusammensetzen
| Begriff | Bedeutung | Hinweis |
|---|---|---|
| Kaltmiete (Nettokaltmiete) | Miete nur für die Wohnung | Grundlage für Preisvergleiche pro m² |
| Nebenkosten (Betriebskosten) | Wasser, Müll, Hausreinigung, Grundsteuer, meist Heizung | Monatliche Vorauszahlung, einmal im Jahr Abrechnung |
| Warmmiete | Kaltmiete + Nebenkosten | Betrag, den Sie an den Vermieter überweisen |
| Strom | Haushaltsstrom | Meist eigener Vertrag mit einem Versorger |
| Internet | Internet und Telefon | Eigener Vertrag |
| Rundfunkbeitrag | Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk | 18,36 € im Monat pro Wohnung |
| Kaution | Sicherheit für den Vermieter | Höchstens drei Kaltmieten |
Einmal im Jahr kommt die Nebenkostenabrechnung. Haben Sie mehr verbraucht als vorausbezahlt, zahlen Sie nach; haben Sie weniger verbraucht, bekommen Sie Geld zurück.
Was kostet ein Quadratmeter? Deutschland im Überblick
Aktuelle Angebotsmieten wertet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) aus. Danach lag die durchschnittliche Angebotsmiete bei Wiedervermietung 2025 bei rund 11,11 € pro m² nettokalt:
- große kreisfreie Städte: rund 14 € pro m²,
- dünn besiedelte ländliche Kreise: rund 8,64 € pro m²,
- München: über 21 € pro m²; in einzelnen Kreisen in Sachsen und Thüringen unter 6 €.
Wichtig: Das sind Preise für neue Mietverträge aus Inseraten. Wer schon lange in seiner Wohnung lebt, zahlt im Schnitt deutlich weniger. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis, Mikrozensus 2022) lag die durchschnittliche Nettokaltmiete aller Mietverhältnisse bei rund 7,40 € pro m², in Großstädten bei rund 8,10 €.
Nebenkosten
Nach dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (veröffentlicht im Dezember 2025, Abrechnungsjahr 2024) lagen die Betriebskosten im Schnitt bei 2,67 € pro m² und Monat. Davon entfielen durchschnittlich 1,32 € auf Heizung und Warmwasser. Fallen alle Kostenarten an (z. B. Aufzug, Gartenpflege, Hauswart), können es bis zu 3,68 € pro m² sein.
Für 40 m² sind das im Durchschnitt rund 105–110 € im Monat. Gebäude, Heizungsart und Ihr eigenes Verhalten machen viel aus: Richtig lüften und moderat heizen spart spürbar.
Strom, Internet und Rundfunkbeitrag
- Strom: Laut BDEW-Strompreisanalyse (Herbst 2026) liegt der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 bei rund 37 Cent pro kWh. Ein Ein-Personen-Haushalt in einer Wohnung verbraucht laut Stromspiegel etwa 1.200 bis 1.500 kWh im Jahr, wenn das Warmwasser nicht mit Strom erzeugt wird – grob 40 bis 50 € im Monat.
- Internet: Die Kosten hängen von Tarif und Geschwindigkeit ab. Die Erstlaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen; danach ist der Vertrag mit einer Frist von einem Monat kündbar. Vergleichen Sie Angebote vor der Unterschrift.
- Rundfunkbeitrag: 18,36 € pro Monat und Wohnung (rundfunkbeitrag.de, Stand Oktober 2026). Er gilt pro Wohnung, nicht pro Person. Eine Erhöhung ab 2027 wird diskutiert, entschieden ist noch nichts.
Strom und Internet melden Sie meist selbst an. Beim Beitragsservice wird die Wohnung angemeldet, falls dort noch kein Mitbewohner zahlt. Mehr zu den ersten Schritten nach der Ankunft unter Umzug und Anmeldung.
Unsere Regionen: Göttingen, Hannover, Paderborn, Gütersloh
Für alle vier Städte gibt es keine einheitliche amtliche Quelle mit Durchschnittspreisen. Deshalb nennen wir nur gesicherte Angaben:
- Hannover: Laut amtlichem Mietspiegel 2025 der Landeshauptstadt Hannover beträgt die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete 8,73 € pro m² nettokalt (Erhebungsstichtag 1. April 2025). Das ist ein Wert über bestehende Mietverhältnisse – neue Angebote in Inseraten liegen meist darüber.
- Göttingen: Als Universitätsstadt sind kleine Wohnungen bei Studierenden sehr gefragt. Ein-Zimmer-Wohnungen und Zimmer sind für eine Stadt dieser Größe deshalb vergleichsweise teuer und vor Semesterbeginn knapp.
- Paderborn: Die Stadt hat einen qualifizierten Mietspiegel 2025 (gültig ab 1. April 2025). Damit lässt sich prüfen, ob eine Miete dem ortsüblichen Niveau entspricht.
- Gütersloh: Eine Mittelstadt. In Städten dieser Größe ist die Miete in der Regel niedriger als in Großstädten wie Hannover – stark abhängig von Lage und Zustand des Hauses.
Faustregel: Je kleiner der Ort und je weiter vom Zentrum, desto günstiger. Rechnen Sie aber den Arbeitsweg mit ein.
Beispielrechnung: Monatsbudget für eine Person
Ein vereinfachtes Beispiel, keine Berechnung für eine bestimmte Stadt oder Wohnung. Angenommen: Ein-Zimmer-Wohnung mit 40 m² in einer Mittelstadt, 10 € pro m² kalt.
| Posten | Pro Monat, ca. |
|---|---|
| Kaltmiete (40 m² × 10 €) | 400 € |
| Nebenkosten inkl. Heizung (40 m² × 2,67 €) | ~107 € |
| Strom (~1.300 kWh im Jahr) | ~45 € |
| Internet (Beispiel) | ~35 € |
| Rundfunkbeitrag | 18,36 € |
| Wohnen gesamt | ~605 € |
Dazu kommen Lebensmittel, Fahrtkosten, Handy und Persönliches. Wie viel vom Lohn übrig bleibt, hängt vom Netto ab – und das von der Steuerklasse. Mehr dazu unter Brutto und Netto.
Denken Sie auch an einmalige Kosten beim Einzug: die Kaution (höchstens drei Kaltmieten, in drei Raten zahlbar) und eventuell Möbel oder eine Küche, wenn die Wohnung leer vermietet wird.
Wohngeld: Zuschuss zur Miete
Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Haushalte mit geringem Einkommen. Es muss nicht zurückgezahlt werden. Zuletzt stieg es zum 1. Januar 2025 um durchschnittlich rund 15 % (Bundesbauministerium, BMWSB). Wie es 2027 weitergeht, wird derzeit politisch beraten.
Ob und wie viel Wohngeld Sie bekommen, hängt ab von:
- der Zahl der Haushaltsmitglieder,
- dem Gesamteinkommen,
- der Höhe der Miete,
- der Mietstufe des Wohnorts.
Eine erste Einschätzung bietet der Wohngeldrechner des BMWSB. Den Antrag stellen Sie bei der Wohngeldstelle Ihrer Stadt oder Gemeinde. Wer Bürgergeld bezieht, bekommt in der Regel kein zusätzliches Wohngeld, weil die Unterkunftskosten dort schon berücksichtigt sind.
Das WG-Zimmer als günstige Alternative
In einer Wohngemeinschaft (WG) hat jeder ein eigenes Zimmer, Küche und Bad werden geteilt. Vorteile:
- geringere Kosten: Nebenkosten, Internet und Rundfunkbeitrag werden geteilt,
- Zimmer sind oft schon möbliert,
- leichter zu bekommen, auch ohne lange Mietgeschichte in Deutschland.
Laut Moses Mendelssohn Institut kostete ein WG-Zimmer in Hochschulstädten im Wintersemester 2026/27 im Schnitt rund 510 € warm im Monat – in München rund 850 €, in Berlin und Hamburg rund 650 €. In kleineren Städten ist es meist günstiger.
Vorsicht vor Betrug: Überweisen Sie kein Geld für ein Zimmer, das Sie nicht gesehen haben, und nie ohne Vertrag.
Wohnen bei einem Job über uns
Wenn Sie über uns arbeiten, müssen Sie nicht sofort selbst auf Wohnungssuche gehen: Bei Bedarf kann eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsorts gestellt werden – mehr unter Wohnung. Die Bedingungen hängen von Stadt und freien Plätzen ab und werden persönlich besprochen. Außerdem helfen wir beim Umzug und bei der Anmeldung.
Wir suchen Lagerarbeiter, Staplerfahrer und Produktionshelfer (m/w/d) in Göttingen, Hannover, Paderborn und Gütersloh – ab 15,33 € pro Stunde brutto, als Staplerfahrer ab 16,08 € pro Stunde brutto. Für Bewerber ist das kostenlos. Schauen Sie sich die Stellen an oder füllen Sie das Bewerbungsformular aus.